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Nicht mehr verbiegen: Mein Weg und meine Haltung als Coachin

Bei Céline Tüyeni, Mentorin für unaufgeregte Sichtbarkeit und Kundengewinnung, habe ich gerade einen Kurs zur Sichtbarkeit gemacht. Sie hat zu einer Blogparade eingeladen. Das Thema: „Warum tue ich mir das an?“

Ich nehme die Blogparade zum Anlass, auch darüber zu schreiben, wie ich Coachin geworden bin, wie ich arbeite und was mir dabei wichtig ist.

1. Warum tue ich mir das an?

Eigentlich lautet der Titel der Blogparade „Warum tue ich mir das an?“ Doch „antun“ passt nicht zu meinem Erleben. Ich möchte meine Arbeit als Coachin nicht mehr missen.

Trotzdem gibt es Momente, in denen ich mich frage, warum ich mir das antue. Meine Freiheit endet dort, wo ich etwas erledigen muss, auch wenn es mir gerade keine Freude macht. Unsicherheit ist ein ständiger Begleiter.

Es fällt mir noch immer schwer, eine gute Struktur mit freien Zeiten zu etablieren oder aufrechtzuerhalten. Oft habe ich kein wirkliches Wochenende, oder der Feierabend rutscht mal wieder nach hinten.

2. Selbstständigkeit als ständige Konfrontation mit mir selbst

In der Selbstständigkeit werde ich ständig mit mir selbst konfrontiert. Mein Perfektionismus bremst mich immer wieder aus, auch wenn ich davon schon ein gutes Stück ablegen konnte.

Woher meine Anpassung kommt

Aus Angst vor Bewertung habe ich mich anfangs sehr zurückgehalten. Es hat mich Überwindung gekostet, mich zu zeigen. Aus meiner Schulzeit kenne ich dieses Bedürfnis, lieber eine graue Maus zu sein und nicht aufzufallen, als mich zu präsentieren. Es fühlte sich früher gefährlich an. Deshalb war ich immer gut, angepasst, nett und lieb und ja nicht zu bunt oder im Vordergrund. Ich wollte auf keinen Fall auffallen und habe jahrelang nur getan, was von mir erwartet wurde. Und trotzdem – oder gerade deswegen – fühlte ich mich irgendwie falsch und nicht wirklich dazugehörig. Das Gefühl tauchte auch später in meinem Leben wieder auf.

Meine ersten Schritte in die Sichtbarkeit

Bei meinem ersten öffentlichen Kommentar war ich wahnsinnig aufgeregt. Um ihn abzuschicken, musste ich über meinen Schatten springen. Ich überlebte es. Auf meinen ersten Post gab es keine einzige Reaktion. Selbstzweifel holten mich ein. Der Vergleich mit anderen war niederschmetternd. Ich suchte mir Unterstützung und ging weiter. Es war ein Auf und Ab.

3. Mein Lebensweg: meine Heldenreisen bis hierher

Was ich mit Heldenreise meine

Wenn ich hier von einer Heldenreise spreche, meine ich keinen geraden Erfolgsweg. Sie beginnt für mich dort, wo das Vertraute nicht mehr trägt oder etwas Neues ruft. Es folgt ein Aufbruch ins Unbekannte, mit Widerständen, Helfern, Ängsten und Scheitern. Am Ende steht vor allem eine Veränderung. Der äußere Erfolg spielt eine untergeordnete Rolle. Ich bin nicht mehr dieselbe wie vorher.

Ilona Riehl blickt in die Weite. Sinnbild für die Offenheit, mit der eine Heldenreise beginnt.

Im Grunde geht jeder Mensch in seinem Leben durch Heldenreisen. Zum Verlauf gehört für mich immer eine Form des Scheiterns. Scheitern bedeutet dabei nicht unbedingt, dass etwas misslungen ist. Oft lassen wir etwas zurück, das uns nicht mehr dient. Bleiben wir darin stecken, wiederholt sich ein bestimmtes Muster. Gehen wir hindurch – was mit Hilfe oft leichter ist –, kann sich etwas lösen und eine neue Möglichkeit entstehen.

Von der Biologie zum Naturfilm

Im Biologiestudium faszinierte mich die Genetik, doch unter den Menschen dort fühlte ich mich nicht wirklich zugehörig. Meine Freunde kamen aus der Zoologie und der Botanik. War ich mit ihnen unterwegs, konnte ich mit deren Wissen nicht mithalten. Auch hier tauchte das Muster auf: Dort, wo ich bin, bin ich nicht richtig. Nach dem Studium kam ich über einen Freund zum Naturfilm und arbeitete als Filmemacherin.

Mutter werden und Pädagogin werden

Erst mit 40 Jahren wurde ich Mutter. Hierbei erlebte ich sehr intensiv das Gefühl, nicht gut genug zu sein.

Schließlich kam eine berufliche Wendung: Aus der Filmemacherin wurde eine Pädagogin. Meine Tochter war vermutlich der Auslöser dafür, denn seit ihrer Geburt hatte mich alles, was mit Erziehung, Entwicklung und Psychologie zu tun hatte, wie magisch angezogen. Ich verschlang Bücher, arbeitete hilfsweise im Kindergarten mit und leitete schließlich eine Kleinkindgruppe im Wald.

Meine Tochter kam in die Schule und ich wählte für sie bewusst die Waldorfschule. Und ich? Ich machte die Ausbildung zur Waldorflehrerin. Als ich einen festen Job und Sicherheit gefunden hatte, dachte ich, so kann das Leben weitergehen.

Trennung, Kündigung und Aufbruch

Dann erlebte ich einen abgrundtiefen Crash. Als die Beziehung zu meinem damaligen Partner zerbrach, fühlte sich das für mich wie ein katastrophales Versagen an. So schmerzhaft diese Trennung war, so wichtig war sie zugleich: Erst dadurch konnte ich meinem eigenen Weg folgen.

Ilona Riehl auf einem Holzweg. Sinnbild dafür, dass aus vermeintlichem Scheitern etwas Gutes entstehen kann.

Nur wenige Jahre später fühlte ich mich als Lehrerin nicht mehr am richtigen Platz. Obwohl Waldorfschulen viel Freiheit im Denken und Unterrichten ermöglichen, unterliegen sie doch auch in gewisser Weise dem staatlichen Schulsystem. Immer deutlicher erlebte ich, dass ich mich verbiegen musste und Dinge umsetzen sollte, hinter denen ich nicht stand. In der Coronazeit wurde dies noch krasser. Ich hatte das Gefühl, teilweise gegen besseres Wissen und gegen mein Gewissen zu handeln.

Nach fünf Jahren als Waldorflehrerin gab ich meinen sicheren Job auf. Ich wollte mehr Zeit für meine Tochter und mein Pferd haben und mich nicht länger verbiegen müssen.

Ich hatte keinen blassen Schimmer, was ich danach tun sollte. Trotzdem wagte ich diesen Schritt und sprang ins eiskalte Wasser. Die Unsicherheit nahm ich in Kauf.

Der Weg zum Coaching

Mein Heilpraktiker, der mich schon lange begleitet hatte, war auch in dieser Zeit wichtig für mich. Bei ihm erlebte ich, dass Hilfe anzunehmen und Verantwortung für mich selbst zu übernehmen kein Widerspruch ist. Praktische Unterstützung kam, sehr unerwartet, vom Arbeitsamt. Mir wurde ein Coaching angeboten, das ich dankend annahm. Die erste Coachingsitzung begann mit einem Tee und, noch wichtiger, mit einem Teebeutel.

Der Spruch auf dem Teebeutel lautete: „Den Sinn deines Lebens findest du dort, wo deine Freude anderen hilfreich ist.“

Das war wie eine Fügung. Im Laufe des Coachings kristallisierte sich immer deutlicher heraus, dass ich selbst Coachin werden wollte.

Mein „grandioses Scheitern“

Rückblickend nenne ich die Kündigung gerne mein „grandioses Scheitern“. Damals empfand ich sie als Versagen, weil ich geglaubt hatte, der Lehrerinnenberuf könne mein weiterer Lebensweg sein. Grandios war sie trotzdem, weil sie mich auf den Weg zu meiner Berufung führte. Mit diesem Schritt wagte ich, voll und ganz zu mir zu stehen. Außerdem hatte ich in meiner Zeit als Lehrerin schon extrem viel für meine spätere Arbeit als Coachin gelernt.

Was meine Heldenreisen verbindet

Nicht jede Reise begann freiwillig. Aber jedes Mal musste ich etwas Vertrautes verlassen und mit Unsicherheit weitergehen. Das vermeintliche Scheitern öffnete dabei den Übergang in etwas Neues.

4. Wie mein eigener Weg mein Coaching prägt

Meine eigene Erfahrung

In meinem eigenen Leben habe ich erfahren, wie es ist, sich stark anzupassen und dabei die Verbindung zu sich selbst zu verlieren. Meine alten Anpassungsmuster sind noch nicht völlig aufgelöst. Doch ich entwickle mich selbst immer weiter.

Ein Beispiel dafür ist der Umgang mit meinem Pferd. Immer wieder versuchte ich im Außen etwas zu finden, das mir den richtigen Umgang mit meiner Stute zeigen würde. Mein Gefühl sagte mir oft schon sehr deutlich, dass etwas nicht passte – darauf zu hören, war ein langer Weg. Er ermöglicht mir jetzt, meine ganz eigene Verbindung mit meiner Stute zu finden.

Ilona Riehls Stute ist Sinnbild für ihr Vertrauen in die eigene Wahrnehmung. Genau das ermöglichte ihr einen eigenen Weg.

Meinen Kundinnen fällt es in der Regel ebenfalls sehr schwer, der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen. Ich unterstütze sie dabei, diese wieder ernst zu nehmen und sich an ihr zu orientieren.

Wie ich arbeite

Kein festes Schema

Ich arbeite nicht nach einem festen Schema. Ausgangspunkt ist das, was eine Kundin gerade belastet – eine konkrete Situation, ein Gefühl, ein innerer Konflikt oder ein Muster, das sich wiederholt. Wir bleiben nicht bei der sichtbaren Situation, sondern beziehen Körperempfindungen und innere Bilder mit ein. Oft taucht dabei etwas auf, das vorher nicht bewusst war. Je nachdem, was sich zeigt und was der Prozess braucht, arbeite ich beispielsweise mit Fragen, Körperarbeit oder einer geführten Reise. Dabei können verborgene Zusammenhänge sichtbar werden, eine belastende Empfindung kann sich auflösen oder ein neuer Umgang mit der Situation möglich werden.

Die Heldenreise als möglicher Rahmen

Eine besondere Form meiner Coachingarbeit orientiert sich an der Heldenreise. Meine Ausbildung zum Heroes Journey Instructor hat mir hierfür einen Rahmen gegeben. Sie kann dem Prozess als Struktur zugrunde liegen, muss es aber nicht. Entscheiden wir uns für die Heldenreise, begleite ich die Kundin vom inneren Aufbruch bis hin zum Schatz. Sie nimmt den Ruf nach Veränderung ernst und begegnet Widerständen. Im Scheitern kann sie loslassen, was ihr nicht mehr dient. Geht sie hindurch, statt steckenzubleiben, wird die alte Last leichter und ein neuer Weg zeigt sich.

Wenn Du die Heldenreise selbst kennenlernen möchtest, kannst Du mit meiner kostenlosen Schnupper-Heldenreise den ersten Schritt gehen.

Was meine Arbeit prägt

Im Coaching kann ich so arbeiten, wie es mir und meinen Werten entspricht, und meine ganz eigene Art der Begleitung entwickeln. Ich kann meine gelernten Skills ebenso einsetzen wie meine Intuition. Mein Vertrauen in die Verbindung zum Göttlichen ist eine elementare Voraussetzung für meine Arbeit.

Die Erkenntnisse aus all meinen Lebenserfahrungen, meinem oftmaligen Scheitern und Neubeginnen sind ein reicher Schatz, aus dem ich schöpfen darf. Wenn Du mehr aus meinem Erfahrungsschatz lesen möchtest, trag Dich gern in meinen Newsletter ein.

Die Ausbildungen, für die ich ein Zertifikat bekommen habe, sind nur ein Teil meiner Coachinggrundlage. Die eigentliche Stärke sehe ich in meiner Erfahrung und der Wertschätzung, die ich jedem einzelnen Menschen entgegenbringe.

5. Wen ich begleite und was sich verändern kann

Wen ich begleite

Was ich für mich transformieren konnte, möchte ich auch anderen ermöglichen. Deshalb unterstütze ich Frauen dabei, sich aus Anpassung und Selbstverleugnung zu lösen und wieder zu sich selbst zu kommen.

Diese Muster können sich sehr unterschiedlich zeigen: Die Frauen

  • fühlen sich oft schlapp
  • sagen Ja, obwohl sie Nein meinen
  • zweifeln an sich oder fühlen sich orientierungslos
  • wissen nicht mehr, was sie selbst möchten
  • trauen sich wenig zu
  • grübeln ständig
  • wollen es in erster Linie anderen recht machen.

Wenn Du oft Ja sagst, obwohl Du Nein meinst, kannst Du mit meiner kostenlosen 3-Minuten-Übung „Warum habe ich schon wieder Ja gesagt?“ herausfinden, ob Dein Ja wirklich von Dir kommt.

Was sich verändern kann

Durch meine Begleitung lernen meine Kundinnen, Verantwortung dafür zu übernehmen, wie sie mit ihren Gedanken und Gefühlen umgehen. Sie

  • leben immer mehr in Frieden mit sich selbst.
  • brauchen keine Masken mehr.
  • nehmen ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen wieder wahr.
  • treffen selbstbestimmte Entscheidungen.
  • entwickeln Vertrauen in sich und das Leben.

Möchtest Du das auch für Dich?
Schreib mir – ich freue mich, Dich kennenzulernen.

6. Wofür mein Coaching nicht steht

Keine Selbstoptimierung

Auf keinen Fall möchte ich, dass Frauen durch mein Coaching eine größere Resilienz entwickeln, nur um krankmachende Zustände noch länger auszuhalten. Es geht nicht um Selbstoptimierung und auch nicht darum, sich (noch) besser anzupassen.

Keine fertigen Antworten

Die Schuldfrage stellt sich mir nicht. Frei nach dem Motto: Ich kann nichts dafür, aber ich kann etwas dagegen tun. Ich gebe keine Ratschläge, und es gibt nichts, was pauschal richtig oder falsch ist. Jede trifft ihre eigenen Lebensentscheidungen, und das muss nicht automatisch bedeuten, aus dem jetzigen Leben „auszusteigen“. Es geht ausschließlich um den eigenen authentischen Weg.

7. Was Außenstehende nicht sehen

Sichtbarkeit und Verletzlichkeit

Zu meiner Arbeit gehört nicht nur das Coaching. Ich muss auch Inhalte entwickeln, Sitzungen vor- und nachbereiten, Angebote formulieren und verkaufen. Auch dabei möchte ich mir und meinen Werten treu bleiben.

Verantwortung und eigene Grenzen

Die Verantwortung für einen achtsamen und verlässlichen Rahmen nehme ich sehr ernst. Wenn nach einer Sitzung etwas nachwirkt, bin ich in vereinbartem Umfang auch zwischen den Sitzungen erreichbar.

Widersprüche, die bleiben

Scheinbare Widersprüche sind in meiner Arbeit vereint. Auch wenn ich andere stärke, kenne ich eigene Selbstzweifel noch immer. Ich freue mich, wenn mein Coaching anderen hilft, ihre Grenzen zu wahren. Gleichzeitig darf auch ich auf meine eigenen Grenzen achten. Ein Spannungsfeld bleibt, mich selbst zu verwirklichen, ohne mich selbst dabei wieder zu verlieren.

Warum tue ich mir das also an? Ein angepasstes, sicheres Arbeitsleben hätte für mich den höheren Preis. Coaching ist für mich meine Berufung – und eine bewusste Entscheidung für mein eigenes Leben. Mich nicht mehr verbiegen zu müssen, ist mir das wert.