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Glaubensmuster auflösen: Warum Du Dich nicht einfach umprogrammieren kannst und was Du stattdessen brauchst

Du hast sicher schon gehört, dass es sinnvoll ist, negative Glaubenssätze aufzulösen. In Wirklichkeit geht es aber um mehr. Ein einzelner Satz ist nur ein Teilbereich. Dahinter liegt ein ganzes Muster aus Gefühlen, Körperreaktionen und Verhaltensweisen, das Du nicht einfach durch Nachdenken auflösen kannst.

Ich kenne solche hinderlichen Glaubensmuster aus eigener Erfahrung. Jahrelang war ich die graue Maus: Bloß nicht auffallen, bloß nicht zu viel Raum einnehmen. Als ich anfing, mich online sichtbar zu machen, wusste ich rational: Mir passiert nichts, wenn ich etwas poste. Im Gegenteil, es ist sogar wichtig, etwas zu veröffentlichen. Doch das Wissen hat nichts verändert. Erst als ich über meinen Schatten gesprungen bin, kam etwas in Bewegung. Ich habe mich trotz der Angst gezeigt. Dann konnte ich erleben, dass es eine andere Wahrheit gibt als die, die in mir alles boykottiert hat. Das Muster hat sich allmählich aufgelöst.

Wie Du Glaubensmuster auflösen kannst und was es dafür braucht, darum geht es in diesem Artikel.

Glaubensmuster auflösen: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Glaubensmuster ist mehr als ein Gedanke oder ein Glaubenssatz: Es beinhaltet Gefühle, Körperreaktionen und Verhaltensweisen.
  • Glaubensmuster sind weder gut noch schlecht – manche helfen uns, andere schaden uns.
  • Die meisten hinderlichen Muster entstehen in der Kindheit: aus Erfahrungen, Sätzen und Botschaften aus unserem Umfeld.
  • Auch hinderliche Muster hatten früher eine wichtige Aufgabe.
  • Sie fühlen sich an wie die Wahrheit, auch wenn sie das nicht sind.
  • Zuerst zeigen sie sich im Körper als Gefühl. Die Gedanken tauchen oft erst danach auf.
  • Positive Affirmationen lösen negative Glaubensmuster nicht einfach auf.
  • Hilfreicher sind neue Erfahrungen, die dem Muster etwas entgegen setzen.

Was Glaubensmuster überhaupt sind

Jeder Mensch trägt Glaubensmuster in sich. Es gibt welche, die uns helfen und andere, die uns einschränken oder schaden. Wir brauchen sie, um Entscheidungen zu treffen und uns in der Welt zu orientieren. Sie sind mehr als eine Ansammlung von Glaubenssätzen. Denn sie bestimmen, wie wir eine Situation deuten, was wir dabei fühlen und wie wir handeln. Auch die Psychologen Walter Mischel und Yuichi Shoda beschreiben in ihrem Fachartikel zum kognitiv-affektiven Persönlichkeitssystem. Überzeugungen, Gefühle und erlernte Handlungsweisen wirken zusammen. Sie erzeugen in bestimmten Situationen immer wieder ähnliche Abläufe. Schwierig wird es, wenn ein hinderliches Muster unser Leben steuert und wir die Glaubenssätze, die dahinter stecken als Wahrheit empfinden.

Manchmal merken wir jahrelang nicht, dass ein Muster im Hintergrund wirkt. Oder wir kennen das Muster bereits und schaffen es trotzdem nicht, anders zu reagieren.

Wie negative Glaubensmuster entstehen

Hinderliche Glaubensmuster kommen nicht aus dem Nichts. Oft hören wir die Sätze zuerst von anderen: von Eltern, Geschwistern oder anderen Bezugspersonen. Irgendwann verinnerlichen wir sie – und glauben sie. Die dazugehörigen Gefühle und Verhaltensweisen werden abgespeichert.

Ein Bild dazu: Neulich erlebte ich auf einem Spaziergang im Moor eine Szene, die viel erklärt. Auf einem schmalen Holzweg kam uns eine Familie entgegen. Der Junge wollte uns Platz machen und trat dabei fast daneben. Sein Vater fuhr ihn an: „Toni, bist Du blöd! Bleib doch einfach stehen.“ Es klang nicht wie ein Satz, der zum ersten Mal fiel.

Für den Jungen passte in diesem Moment alles zusammen. Er wäre fast gefallen, sein Vater war wütend, und der Satz stand im Raum. Der Schluss, den ein Kind daraus ziehen kann, ist logisch: Mein Vater hat Recht. Ich bin doof.

Was als Reaktion auf eine Situation beginnt, wird zum Urteil über den ganzen Menschen.

Hinderliche Glaubensmuster können auch aus Widersprüchen entstehen

Störende Glaubensmuster entstehen nicht immer durch einen harten Satz. Manche ergeben sich aus einem Widerspruch.

Bei mir war es beim Thema Geld. Meine Familie war relativ wohlhabend. Oft bekam ich Geld als Anerkennung für Leistung. Für meine Eltern war es gleichzeitig ein Ausdruck von Liebe. Der Widerspruch, den ich erlebte, war: Ich bekam etwas und fühlte mich trotzdem ärmer. Ich erinnere mich, dass ich jedes Mal ein ungutes Gefühl hatte, wenn ich Geld bekam. Damals konnte ich das nicht richtig einordnen. Heute weiß ich, dass Geld mir nicht ersetzen konnte, was ich wirklich gebraucht hätte. Also wertete ich Geld ab. Diese verkorkste Beziehung hat mich lange begleitet.

Warum ein Muster sich wie die Wahrheit anfühlt

Jedes Mal, wenn ein Muster wiederholt wird, wirkt es stärker. Außerdem versuchen wir als Kinder, das was passiert, so zu ordnen, dass es Sinn ergibt. Wenn die Erwachsenen sauer sind, suche ich als Kind einen Grund. Finde ich keinen, beziehe ich es auf mich: Ich bin schuld.

Das fühlt sich sinnvoll an und ist deshalb beruhigend, selbst wenn es schmerzhaft ist. Denn wenn ich schuld bin, gibt es wenigstens eine Erklärung. Bleibt der Grund unklar, bleibt auch die Situation bedrohlich.

Was ein Kind erfährt, prägt sich ein. Vor allem dann, wenn es ähnliche Situationen immer wieder erlebt, die das gleiche Gefühl auslösen. Ich bin schuld. Ich bin falsch. Ich bin zu viel. Ich muss vorsichtig sein.

So entsteht ein Muster, das auch im Erwachsenenalter noch wirkt. Auch wenn die alte Situation längst vorbei ist, bleibt das Gefühl und das dazu gehörige Verhalten weiter bestehen.

Wenn Du das Muster für Deine Persönlichkeit hältst

Was wir immer wieder wie selbstverständlich tun, halten wir irgendwann für unsere Natur. Sätze wie „So bin ich halt“ oder „Das wird sich nie ändernklingen nach Selbsterkenntnis. In der Regel verdecken sie eine alte Prägung.

Auch Selbstzweifel können sich so festsetzen, dass sie sich irgendwann wie ein Teil der eigenen Persönlichkeit anfühlen. Besonders bei Frauen ab der Lebensmitte sind sie oft nicht neu. Sie kommen nur deutlicher zum Vorschein. Mehr dazu findest Du in meinem Artikel: Selbstzweifel: Warum sie bei Frauen ab 45 tiefer sitzen.

Wer glaubt, so zu sein, sucht nicht nach Auslösern. Wer nicht sucht, findet nichts. Das Muster bleibt unsichtbar und wird nicht hinterfragt.

Mit der Zeit sammeln wir immer neue Beweise, weil wir alles durch diesen alten Filter bewerten. So fühlt es sich wie Wahrheit an.

Glaubensmuster zeigen sich zuerst als Gefühle, nicht als Gedanken

Wenn wir störende Glaubensmuster benennen wollen, fallen uns oft negative Glaubenssätze ein wie: „Ich bin nicht gut genug“ oder „Ich darf keine Fehler machen“.

Oftmals kennen wir aber den Satz auch gar nicht, der hinter einer automatischen Reaktion steckt.

Ein hinderliches Muster zeigt sich zuerst im Körper. Du spürst einen Kloß im Hals oder ein unangenehmes Gefühl im Bauch. Dein Körper will Dich vor etwas schützen, das einmal gefährlich war. Die Konsequenz: Die Wörter bleiben stecken, obwohl Du eigentlich reden wolltest. Du traust Dich nicht, etwas zu tun. Du fühlst Dich klein und unzulänglich oder bist angespannt. Es kann auch sein, dass Du am liebsten einfach wegrennen würdest.

Der Gedanke kommt oft erst danach. Dann sucht Dein Kopf nach einer Erklärung für das, was gerade passiert ist. Vielleicht sagst Du Dir: „Ich bin eben unsicher.“ Oder: „Ich stelle mich immer so an.“ Oder: „Ich kann das einfach nicht.“

Doch das Gefühl war schon vorher da.

Deshalb hilft es wenig, nur am Satz zu arbeiten. Wenn Dein Körper schneller Alarm schlägt, als Du denken kannst, kann ein positiver Gedanke das nicht verhindern.
Selbst, wenn Du inzwischen weißt, dass der belastende Satz alt ist und nicht wirklich stimmt, fühlt er sich trotzdem wahr an.

Wofür hat dieses Muster mir einmal gedient?

Ein hinderliches Glaubensmuster ist selten einfach nur Unsinn. Auch wenn es Dir heute im Weg steht, hatte es früher eine Aufgabe.

Diese Aufgabe kann ganz unterschiedlich gewesen sein. Manchmal hat das Muster Dich geschützt oder es hat Dir geholfen, dazuzugehören. Es war vielleicht die einzige Möglichkeit, Dich in einer Situation sicher zu fühlen, die Du damals nicht ändern konntest.

Wenn ein Kind für Fehler kritisiert wird, kann daraus der Satz entstehen: „Ich darf keine Fehler machen.“ Einige Kundinnen erzählen, dass sie etwas, was sie gerne machen möchten, gar nicht erst anfangen. Sie haben Angst davor, es nicht richtig zu machen.

Manchmal sind es nicht einmal die Worte selbst, sondern der Ton, in dem sie gesagt werden. „Du hast gematscht“ kann heißen: „Kein Problem, ich mach das schnell wieder weg.“ Es kann aber auch bedeuten: „Jetzt muss ich dir schon wieder hinterher wischen!“

Erfährst Du als Kind, dass Deine Bedürfnisse unerwünscht sind, kann sich daraus ein Glaubenssatz bilden: „Ich darf nicht zu viel sein.“ Dann ziehst Du Dich zurück und das ist auch heute noch so. Damals kann es die beste Möglichkeit gewesen sein, Nähe nicht zu verlieren.

Wenn Du weißt, dass Dein belastendes Glaubensmuster früher eine Aufgabe hatte, brauchst Du Dich nicht mehr dafür zu verurteilen, dass Du heute noch danach reagierst.

Warum Affirmationen oft nicht wirken

Affirmationen klingen erst einmal sinnvoll. Wenn ich oft genug sage: „Ich bin wertvoll“, müsste ich es irgendwann glauben. So die Idee.

Manchmal kann das unterstützen. Eine Untersuchung zu positiven Selbstsätzen im Fachjournal Psychological Science zeigt sogar etwas anderes. Bei Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl kann sich das Befinden dadurch verschlechtern. Hilfreich ist ein Satz vor allem dann, wenn Du ihn ohne inneren Widerstand laut aussprechen kannst und Dich dabei wohlfühlst. Viele Kundinnen können Sätze, die sie sich selbst nicht glauben, nicht einmal laut aussprechen. Es gelingt einfach nicht.

Wenn Du die Worte nur sagst, aber nicht wirklich fühlst, wirken sie nicht. Mag sein, dass ein Teil von Dir sogar von etwas ganz anderem überzeugt ist. Sprichst Du dann die Affirmation, prallt sie einfach ab. Oder schlimmer noch: Sie kann den Zustand sogar verfestigen. Dann sprichst Du den Satz hundertmal und bemerkst keine Verbesserung.

Dann sagst Du: „Ich bin gut genug.“
Und innen antwortet etwas: „Nein, bist Du nicht.“

In solchen Momenten entsteht kein neues Vertrauen. Es entsteht ein innerer Kampf. Ein Teil von Dir versucht, positiv zu denken. Ein anderer hält am alten Muster fest, weil es sich sicherer anfühlt.

Der Grund ist: Dein Nervensystem sucht zuerst nach Sicherheit und orientiert sich an dem, was vertraut ist.

Ein neuer Satz muss für Dich glaubwürdig sein

Hilfreicher ist oft ein Satz, den Du wirklich annehmen kannst. Nicht: „Ich bin wertvoll.“ Eher so: „Ich muss mich nicht wertvoll fühlen, um freundlich mit mir umzugehen.“ Hier kann auch ein kleiner sprachlicher Trick helfen. Versuch es mit: „Auch wenn ich mich gerade nicht wertvoll fühle, sagt das nichts über meinen wirklichen Wert aus.“

Solche Sätze sind weniger beeindruckend. Dafür können sie mehr erreichen als ein Satz, den Du innerlich sofort widerlegst.

Glaubensmuster wirken auch im Körper

Ein Glaubensmuster besteht nicht nur aus einem Gedanken. Es ist verbunden mit Erinnerungen, Gefühlen, Körperreaktionen und Verhaltensweisen.

Bei einem störenden Muster kann es passieren, dass Du etwas längst verstanden hast und trotzdem wieder genauso reagierst.

Obwohl Du grundsätzlich weißt, dass Du nicht für die Stimmung anderer Menschen verantwortlich bist, fühlst Du Dich schuldig, sobald jemand enttäuscht schaut.

Dir ist klar, dass Du Nein sagen darfst. Trotzdem sagst Du Ja, bevor Du überhaupt nachdenken kannst. Woran das liegt, zeigt Dir die Übung Warum habe ich schon wieder Ja gesagt?

Wenn Dich jemand kritisiert, merkst Du, wie Du Dich auf einmal klein oder falsch fühlst.

Kundinnen, die zu mir kommen, fragen sich oft: „Ich weiß es doch eigentlich schon. Warum kriege ich es dann nicht anders hin?“

Warum Wissen allein nichts verändert

Verknüpfungen können nicht durch Wissen verändert werden. Ein Muster, das sich über Jahre eingeprägt hat, läuft automatisch ab. Es braucht mehr als eine neue Einsicht, damit eine andere Reaktion möglich wird.

Hilfreich sind neue Erfahrungen, in denen Du merkst: Ich darf etwas anders machen und bin trotzdem sicher. Wenn ich mich zeige, werde ich nicht verlassen. Eine Grenze setzen ist erlaubt und ich bleibe dennoch in Verbindung.

Erst dann kommt die Botschaft wirklich an: Heute ist etwas anderes möglich als früher.

Was hilft, wenn ein störendes Muster aktiv wird

Das Muster erkennen und verstehen

Wenn Du ein Glaubensmuster auflösen möchtest, gelingt das nicht im Kampf gegen Dich selbst.

Zuerst geht es darum, das Muster überhaupt zu erkennen. In welchen Situationen wird es aktiv? Wann wirst Du klein? Wann erklärst Du Dich sofort? Wann passt Du Dich an, obwohl Du eigentlich etwas anderes willst?

Dann braucht es Verständnis. Allein das Wissen, dass es für Dich einmal nützlich war, kann Dich mit ihm in Frieden bringen. Nicht immer kannst Du herausfinden, woher das Muster kommt. Wenn Du weißt, welche Aufgabe es einmal hatte, ist das hilfreich. Es ist aber keine Bedingung, um neue Reaktionen zu ermöglichen.

Neue Erfahrungen in kleinen Schritten

Das Entscheidende ist: Trau Dich, neue Erfahrungen zu machen. Das geht am einfachsten in einem geschützten Rahmen.

Du kannst aber auch mit ganz kleinen Schritten sofort anfangen. Versuch nicht gleich, einen Sprung dorthin zu machen, wo Du gerne schon wärst.

Wenn Du erkennst, dass gerade ein Muster läuft, sage Dir: Das ist mein altes Muster. Überlege, an welcher Stelle Du etwas ein kleines bisschen anders machen könntest als sonst. Dann sagst Du vielleicht nicht sofort Ja. Oder Du traust Dich, einen Wunsch auszusprechen. Du bemerkst den alten Impuls und folgst ihm einen Moment lang nicht automatisch.

Heilsam ist die Erfahrung: Es passiert etwas Neues und ich überlebe es.

Drei Fragen, die Dir helfen, aus einem alten Glaubensmuster auszusteigen

Wenn Du ein störendes Glaubensmuster auflösen möchtest, fang nicht mit der Frage an: „Wie werde ich das sofort los?“

Fang mit diesen drei Fragen an:

In welchen Situationen reagiere ich immer wieder gleich, obwohl ich es eigentlich anders möchte?

Schreib die Situationen auf. Oft merkst Du erst hinterher, dass Du wieder automatisch reagiert hast. Du bist schon einen Schritt weiter, wenn Du bereits im Moment des Handelns erkennst, dass ein hinderliches Muster anspringt.

Du sagst wieder zu schnell Ja. Vielleicht ziehst Du Dich aber auch zurück oder entschuldigst Dich nur, damit es keinen Streit gibt. Oder Du gehst hart mit Dir um und verurteilst Dich.

Welcher Satz oder Gedanke könnte darunterliegen?

Kennst Du einen oder mehrere dieser Sätze?

„Ich bin nicht gut genug.“
„Ich bin nicht richtig.“
„Nur wenn ich etwas leiste, bin ich etwas wert.“
„Ich muss stark sein.“
„Ich darf keinen Fehler machen.“
„Das kann ich eh nicht.“
„Ich kann es niemandem recht machen.“
„Was denken die anderen?“
„Meine Bedürfnisse sind nicht wichtig.“
„Ich muss das allein schaffen. Andere kriegen das doch auch hin.“

Dann geh noch einen Schritt weiter. Was befürchtest Du?

„… dann werde ich nicht mehr geliebt.“
„… dann werde ich verlassen.“
„… dann bin ich allein.“
„… dann bin ich nichts wert.“
„… dann bin ich schuld.“
„… dann enttäusche ich jemanden.“
„… dann denken die anderen, ich bin komisch.“
„… dann falle ich anderen zur Last.“
„… dann gibt es Streit.“
„… dann mache ich alles kaputt.“

Was könntest Du heute zum ersten Mal versuchen?

Es wird nicht gleich alles anders werden. Beginne mit einem machbaren Schritt. Bemerke Deine Grenze. Sag ein Noch-nicht-Ja, wenn ein Nein noch nicht geht. Sprich einen Wunsch aus.

An solchen Schritten zeigt sich oft, wo es schwierig wird. Weißt Du überhaupt, was Du willst? Nimmst Du Dich wichtig genug, um es auszusprechen? Oder traust Du Dich nicht, danach zu handeln? An dieser Stelle berühren sich Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Den Unterschied erkläre ich in meinem Artikel Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen: Was ist eigentlich der Unterschied?

Alles beginnt damit, dass Du Dich selbst genauer wahrnimmst.

Häufige Fragen zu Glaubensmustern

Woran erkenne ich ein störendes Glaubensmuster?

Du erkennst es daran, dass Du immer wieder ähnlich reagierst, obwohl Du es eigentlich anders möchtest. Kann sein, dass Du zu schnell Ja sagst, Dich etwas nicht traust oder Dich zurückziehst, obwohl Du eigentlich in Kontakt gehen willst. Du entschuldigst Dich sofort oder gehst hart mit Dir um. Ein störendes Glaubensmuster zeigt sich nicht unbedingt als Satz. Meist merkst Du es zuerst an Deiner Reaktion.

Ist ein störendes Glaubensmuster das gleiche wie ein negativer Glaubenssatz?

Nicht ganz. Negative Glaubenssätze sind nur ein Teil des Ganzen, zum Beispiel: „Ich bin nicht gut genug.“ Hinter einem störenden Glaubensmuster steckt mehr als nur ein einzelner Satz. Dazu gehören auch Gefühle, Körperreaktionen und wie Du Dich in bestimmten Situationen verhältst. Der Satz kann ein Hinweis auf das Muster sein. Wenn Du Glaubensmuster auflösen möchtest, reicht es aber nicht, nur den Satz zu verändern. Das Muster wirkt oft schon, bevor Du es in Worte fassen kannst.

Wie kann ich hinderliche Glaubensmuster auflösen?

Hinderliche Glaubensmuster auflösen geht oft nicht vollständig. Aber ein Muster kann an Macht verlieren, sodass es Dein Handeln nicht mehr automatisch bestimmt. Dafür musst Du zuerst erkennen, wann es aktiv wird. In der Regel gelingt es nicht, Dich mit Worten umzuprogrammieren. Du kannst aber neue Erfahrungen machen, die dem alten Muster etwas entgegensetzen.

Warum kommt ein altes Muster immer wieder zurück?

Weil es schon lange besteht und sich vertraut anfühlt. Und was vertraut ist, wirkt oft sicherer als etwas Neues, selbst wenn es Dir nicht gut tut. Gerade in Stressmomenten greifen wir deshalb auf alte Schutzstrategien zurück.
Außerdem ist es manchmal wie bei einer Zwiebel: Schält man eine Schicht ab, taucht darunter eine neue auf.

Warum hilft positives Denken bei mir nicht?

Weil Worte allein nicht reichen. Solange Du einen Gedanken nur aussprichst, ihn aber nicht fühlen kannst, kommt er nicht an. Er kann nur dann etwas bewegen, wenn er für Dich glaubwürdig ist. Wenn sich etwas in Dir dagegen sträubt, kann sich der alte Zustand sogar verfestigen. Mehr erreichst Du über neue Erfahrungen.

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